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Julie-Kolb-Seniorenzentrum | Neuigkeit Detail

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©Foto von Roman Kraft auf Unsplash

Neuigkeiten

Gammel- Oase

 

Seit Ende 2024 bietet das Julie- Kolb- Seniorenzentrum einen extra umgestalteten Wohnbereich an. Hier leben ausschließlich Menschen mit einer fortgeschrittenen Demenz, die sich gegenseitig nicht korrigieren, auf ihre Defizite hinweisen und bevormunden. Anders erleben wir das leider immer wieder in Pflegeabteilungen, in denen Menschen mit und ohne Demenz zusammenleben. Dieser Bereich bietet Platz für insgesamt 14 Bewohner*innen und ist speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet. 

 

Doch nun stellt sich die Frage: Wie kann denn Gammeln als therapeutischer Ansatz angesehen werden? Der scheinbare Widerspruch löst sich dann auf, wenn wir uns die Herkunft des Wortes Gammeln anschauen, denn dieser geht auf das Althochdeutsche „Gaman“ zurück und bedeutet: Lust, Spaß, alt werden und Freude. Und was hat das mit Demenz zu tun? Sehr viel!       

 

Aus vielen Berichten von Betroffenen mit Demenz wissen wir, dass die Phänomene der Demenz bei den Erkrankten Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit auslösen. Hier fühlen sich Menschen mit Demenz dieser Dynamik völlig ausgeliefert. Und genau hier setzt das „Therapeutische Gammeln“ an.

•Es nimmt erst einmal die belastenden Gefühle des Betroffenen ernst
•Ihnen wird ein Betreuungsrahmen angeboten, der von den Erkrankten nichts verlangt, wie z.B. bei einem Training. 

•Primär wird also erst einmal geschaut, dass der Betroffene sich wohlfühlt und das geht am besten in einer geschützten Umgebung von Gleichbetroffenen.

 

Von Seiten der Mitarbeiter wird dem Betroffenen nur so viel Hilfe angeboten, wie er/ sie benötigt, um selbstbestimmt seinen/ ihren Alltag zu gestalten. Hierbei achten die Mitarbeiter*innen der Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft auf die Eigeninitiative des Erkrankten - diese wird dann unterstützt. Er wird also nicht gelenkt, bevormundet und trainiert, was oftmals Frustration bei den Erkrankten erzeugt. Seine/ Ihre Lebensqualität zu erhalten ist somit das primäre Ziel des „Therapeutischen Gammelns“. Dieser Ansatz lässt sich am besten in einer sogenannten Gammel-Oase umsetzen. 

 

Auch zeigt sich, dass in der fortgeschrittenen Demenz Mehrbettzimmer sinnvoll sind, da die Betroffenen sich nicht alleine fühlen und sie in Mehrbettzimmer weniger Stresssymptome zeigen. Aus diesem Grund bietet das Julie- Kolb- Seniorenzentrum in der Gammel- Oase ausschließlich Doppelzimmer an. Für eine Gammel-Oase braucht es viel Platz, damit die Betroffenen Ihren Bewegungsdrang ausleben können. Das dient der Stressabfuhr und dem Wohlbefinden. Es darf aber auch nach Herzenslust in den Tag gegammelt werden, ohne ständig von Seiten der Mitarbeiter*innen aktiviert, mobilisiert und motiviert zu werden. 

Die eigentliche Motivation für eine Aktivität muss von dem Erkrankten ausgehen. Durch sensibles Beobachten und als Ergebnis von Fallbesprechungen reagieren dann die Mitarbeiter*innen hierauf. Selbstverständlich wird die medizinische Versorgung auch bei diesem Ansatz gewährleistet. 

 

Möchten Sie noch mehr über den Ansatz des Therapeutischen Gammelns und über die Gestaltung der Gammel-Oase erfahren, dann stehen Ihnen unser Team und ausführliches Informationsmaterial hierfür zur Verfügung. Sprechen Sie uns doch einfach mal an.

 

Der Ansatz des therapeutischen Gammelns liegt uns sehr am Herzen, denn das Herz wird nicht dement. 

 

 

 

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