Den VW Käfer 1303 (oft „Super-Käfer“ genannt) hatte sich die Mutter 1973 nagelneu gekauft.
Voller Stolz durfte auch ihr Sohn den Käfer, der sich durch ein modernes Mac Pherson-Federbein-Fahrwerk, einen luftgekühlter Boxermotor Typ1und die markante gewölbte Frontscheibe auszeichnet, fahren.
So unternahmen die "3" mit 44 PS unter der Haube viele Ausflüge.
Nach dem Tod der Mutter und ihrem ausdrücklichen Wunsch, ging das Auto in den Besitz ihres Sohnes über.
So vergingen die Jahrzehnte und die gemeinsam verbrachte Zeit.
Gesundheitsbedingt hat das mit dem Autofahren irgendwann nicht mehr geklappt.
Ein Verkauf des Autos kam gar nicht in Frage, so verbrachte der Käfer ca. 20 Jahre in einer Garage.
Auch wenn es "nur" 20 Jahre waren, hat der Verfall schleichend an typischen Schwachstellen durch Rost und Materialermüdung begonnen.
Durch die "einfache" Lagerung zerfiel das Auto mehr und mehr.
In der Zwischenzeit kümmerte sich eine gute "Fee" um unseren Bewohner.
Sie war es auch die das noch zu erkennende Auto entdeckte und sprach mit seinem "Besitzer".
Er erzählte ihr seine Erlebnisse einer längst vergangenen Zeit und wie sehr er an diesem Auto hängt. Sie war es dann auch die den "Schatz" ihrem Sohn zeigte.
Der war sofort begeistert und bot an, das Auto auf eigene Kosten zu restaurieren.
Unser Bewohner war so begeistert, dass er zustimmte. Zumal er wusste, dass er nicht mehr lange allein zu Hause leben kann und in das Julie-Kob-Seniorenheim ziehen wird.
Jetzt ein paar Jahre später, fuhr ein Hellelfenbeinfarbener VW Käfer 1303 vor unsere Einrichtung.
Es war der geliebte Käfer unseres Bewohners. Der Sohn der guten "Fee" hat hiervon nur wenigen Weggefährten unseres Bewohners erzählt.
Auch der "Besitzer" wusste nichts. Die Kollegen*innen des Wohnbereichs brachten dann unseren Bewohner zu seinem Käfer.
Den Restaurator hatte er sofort erkannt. Aber als er das Auto sah, konnte er gar nicht fassen, was er da vor sich hatte.
Nach einigen Sekunden hatte er aber seinen "Schatz" erkannt und wir können gar nicht beschreiben wie dieser emotionale Moment für ihn war.
Das ein oder andere Tränchen wurde vergossen und die Freude war, auch bei uns Mitarbeiter*innen groß.
Der Restaurator erklärte detailliert, was er alles gemacht hat und mit wieviel Liebe zum Detail er den Käfer wieder zum Leben erweckt hat.
Ob Motor, Bremsen, Reifen, Rost und vieles mehr, alles musste auf den Prüfstand. Mit viel Geduld und vielen Recherchen fand er Originalersatzteile und sagte dem Rost den Kampf an. Mit seinem Know-How und jeder Menge Enthusiasmus steht das Auto heute so da, wie er im Jahr 1973 gekauft wurde.
Als der Motor leise brummte, kehrten die Erinnerungen zurück. Dieser Tag wird für unseren Bewohner und alle Beteiligten unvergessen bleiben.
So wurde aus einem alten Käfer viel mehr als ein Auto – er wurde zum Symbol für Hoffnung, Erinnerungen und gelebte Herzenswünsche.
Manchmal sind es nicht nur Autos, die restauriert werden, sondern auch die Erinnerungen in unseren Herzen.
Eins steht fest, dieses Auto wird nie verkauft, denn wahre Schätze sind nicht aus Blech, sondern aus Erinnerungen gemacht.
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